Die Clubszene in Dresden

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Es war einmal …

so beginnen die meisten Geschichten.

– und so auch unserer Blog Beitrag über die Clubszene in Dresden. Es war einmal eine Clubszene …

Was ist eigentlich mit der Clubszene in Dresden los? Diese Frage stellen nicht nur wir uns bereits eine ganze Weile, sondern auch andere Leute im Dresdner Nachtleben. Seien es Veranstalter, Türsteher, Barkeeper oder sogar Gäste, über die Clubszene in Dresden wird gesprochen. Leider nicht immer nur Gutes. Wäre die Partylandschaft in Dresden ein Märchen, so müssten wir von bösen Wölfen, hübschen Prinzen und Prinzessinnen, geheimen Zaubertränken und lautstarken Musicals berichten. Ob das Märchen vom Partyland Dresden ein Happy End hat, wüssten wir hierbei allerdings nicht, denn in den Geschichtsbüchern der Clubszene in Dresden ist auch von überfallenen Burgen, niedergebrannten Häusern und überfallenen Fischerdörfern die Rede, was so viel bedeuten soll wie: Clubs öffnen und schließen, wobei Letzteres leider immer häufiger vorkommt.

„Es war einmal eine Strasse E.“

Gerne erinnern wir uns an die Zeiten der Strasse E, die man aus heutiger Sicht locker als Goldgräberzeiten bezeichnen kann. Denn überall in der Stadt, vor allem aber eben im Industriegelände bei der Strasse E, war ein Aufschwung der Clubszene in Dresden zu beobachten. Neue Clubs und Partys fielen wie Regen vom Himmel, versickerten jedoch nicht im Boden, sondern blieben und etablierten sich im Partyland Dresden. Die Szene boomte, vibrierte, pulsierte und lies nicht nur die Lichttechnik, sondern vor allem unsere Herzen erleuchten. ,,Ja, ja, alles für den Kommerz“, könnten jetzt Stimmen laut werden. Den möchten wir entgegenhalten, dass sich Clubs, DJ’s, Getränke (usw.) nun mal nicht von alleine tragen, da kann uns auch keine Hexe im Partyland helfen.

Hedonismus Party in Dresden

Im Vordergrund der Betrachtung steht auch nicht der kommerzielle Erfolg, sondern der zwischenmenschliche Hedonismus, den die einst so florierende Clubszene in Dresden mit sich brachte. Wenn ausgelassen an vielen Ecken in Dresden gefeiert wurde und somit tolle Erinnerungen produziert wurden, dann trug das nicht nur zu einem schönen Partyleben, sondern auch ein Stück weit zu einer offenen und glücklichen Gesellschaft bei. Und das vermissen wir. Denn die jüngst geschriebenen Seiten im Geschichtsbuch der Partywelt in Dresden sind leider von Umbrüchen, Schließungen und massiven Änderungen geprägt, wie Dornrösschen und Schneewittchen, die in einen tiefen Schlaf verfallen sind.

Die einst so pulsierende Strasse E ist mehr schläfrig als wach, der Purobeach und das Pier15 sind komplett von der Bildfläche verschwunden, viele Bars und Clubs sind geschlossen oder werden einfach nicht mehr bespielt, weil das Interesse der Leute nachließ? Und ja, die Clubszene in Dresden muss (kommerziell) erfolgreich sein, damit sie am Markt bestehen kann, denn leider sind wir nicht in einem Märchen, bei dem die Gin-Tonics am Wegesrand wachsen und die DJ’s von Luft und Glitzer leben.

Würden wir die bekannten 7 Zwerge in der Dresdner Clublandschaft suchen, dann wären das ganz sicher: das OKA, das Kraftwerk Mitte, das Eventwerk, der Sektor Evolution, das Arteum, das MyHouse und das Downtown. Allesamt tolle Clubs mit pulsierenden Partys, die sich mehr als sehen lassen können. Und auch wenn sich zu den bekannten 7 Zwergen noch einige Clubs dazuzählen lassen könnten, so ist das einfach nicht mit den ehemaligen Zeiten der Clubszene in Dresden zu vergleichen. Sollte man auch nicht!

Was wären Clubs ohne Fabrikhallen
Was wären Clubs ohne Fabrikhallen 😉

,,Und wenn sie nicht gestorben sind …“

Doch wir bleiben optimistisch! So halten wir Ausschau nach unserem Prinzen oder unserer Prinzessin, welche Schneewittchen und Dornrösschen bei ihrer Ankunft aus dem ewigen Schlaf küssen. So lassen sich schon einige Projekte am Horizont der Clubszene in Dresden erspähen, die wir mit Begeisterung in die Geschichtsbücher mit aufnehmen wollen. Zu erwähnen sei hier das neue Pumpenhaus neben dem Kongresszentrum, was nach einer langen Renovierung schon ganz bald Eröffnung feiern will. Oder das neue und sehr große Projekt im Ostragehege, was von uns mit Spannung erwartet wird. Es tut sich was in der Clublandschaft Dresden, wenn auch sehr langsam und schleppend.

Vielleicht ist es wie mit der Konjunktur in der Wirtschaft: es muss einen Abschwung geben, damit daraufhin ein Aufschwung gedeihen kann. Wie in jedem Märchen, wo es eine Tragödie gibt, um letztendlich in ein Happy End münden zu können. Ob es für die Clubszene in Dresden ein Happy End geben wird, das wissen wir nicht, so sehr wir es uns auch wünschen würden. Wir wissen lediglich nur, dass die Seiten des Geschichtsbuchs noch lange nicht voll sind. Und das ist ein gutes Zeichen. Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

,,Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.“

Mister Matthew

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